>> teneriffa² 04.2016

rückblickend darf ich mich mit meinen teneriffa-touren ein kleines bißchen wie alexander von humboldt fühlen. denn vermutlich bin ich 217 jahre nach seiner stippvisite auf den kanaren den einen oder anderen trail gewandert, den auch er damals richtung teide-gipfel eingeschlagen hatte.  "nach 2 wochen auf see legten sie kurz auf teneriffa an, der größten kanarischen insel. die ganze insel war in nebel gehüllt, aber als sich der dichte schleier hob, erblickte humboldt den in der sonne glitzernden weißen gipfel des vulkans pico del teide. er stürzte zum bug des schiffes und starrte atemlos auf den ersten berg, den er ausserhalb europas besteigen wollte. allerdings war auf teneriffa nur ein aufenthalt von wenigen tagen vorgesehen. es blieb also nicht viel zeit. am nächsten morgen machten sind humboldt, bonpland und einige einheimische führer auf den weg, ohne zelte und mäntel und lediglich mit einigen schwachen

'kiefernfackeln' ausgerüstet. in den tälern war es sehr warm, aber die temperatur fiel rasch, als sie höherstiegen. auf dem gipfel des vulkans, in einer höhe von gut 3700 metern, war der wind so stark, dass sie sich kaum auf den beinen halten konnten. ihre gesichter waren eiskalt, aber ihre füße brannten von der hitze, die vom heißen boden aufstieg. humboldt ignorierte die schmerzen. (...) es fiel ihm schwer, sich von dem anblick loszureißen aber es wurde zeit, wieder an bord zu gehen." (aus: andrea wulf: alexander von humboldt und die erfindung der natur, 2016). was soll ich sagen - als ich vor kurzem diese passage las, hatte ich mehrere deja-vues. teneriffa scheint den menschen damals wie heute in seinen bann zu ziehen...