>> malta 03.2017

zunächst fühlte sich der kleine inselstaat malta im südlichen mittelmeer für mich ziemlich fremd an. es dauerte ein paar tage, ehe ich verstand, warum das so war... es lag nicht daran, dass malta ab und an etwas unaufgeräumt und run down wirkt, im gegenteil. ebenso wenig lag es an den unzähligen schlaglöchern oder am teilweise recht hektischen linksverkehr, an den ich mich tagtäglich aufs neue gewöhnen musste und der jede fahrt in en abenteuer verwandelte - egal ob als fussgänger oder als reisender in einem der vielen linienbusse, dem verkehrsmittel erster wahl, wenn man sich auf malta von a nach b bewegen möchte. als ich nach einigen tagen aufenthalt von der alten zitadelle in victoria (oder: rabat) auf gozo auf die unter mir liegende stadt sah, fiel es mir wie schuppen von den augen: malta ist eines der südlichsten länder europas. zwar fühlte es sich für mich bisher mitunter südländisch und dennoch recht uneuropäisch an. mit dem blick auf ein chaotisch anmutendes und auf irgendeine weise doch strukturiertes häusermeer mit den ausschließlich flachen dächern gestand ich mir ein, dass ich mir so eigentlich ein stück weit (nord-)afrika vorstellte. in der tat ist man auf malta dem afrikanischen kontinent geographisch

näher als dem europäischen festland. mit diesem neuen eindruck erschlossen sich mir malta, gozo und comino tag für tag immer mehr. ich fand gefallen an der mentalität der malteser und ihrer andersartigen südlichen atmosphäre: die ländliche landschaft direkt hinter den ortsrändern, die hektische und emotionale phase der morgendlichen und abendlichen rushhour - doch nun konnte ich es irgendwie genießen, diesem treiben entspannt zuzusehen, während ich mich im überfüllten linienbus nur wenige dutzend meter während einer halben stunde einem völlig überlaufenen kreisverkehr näherte. zurückblickend hat malta mit seinen beiden nachbarinseln viel kultur, architektur und natur zu bieten. valetta ist mit seiner historisch-maroden bausubstanz völlig zurecht als unesco weltkulturerbe ausgewiesen: die weltbekannten straßenzüge mit ihren vielen pastellfarbenen, oftmals verwitterten balkons sind eine augenweide.