>> madeira: 02.2014

madeira, die blumeninsel - das klingt zunächst recht grün, unspektakulär und fast harmlos. doch bereits der anflug auf das portugiesische eiland ist nichts für schwache gemüter: der runway erstreckt sich direkt entlang der schroffen atlantikküste, fast zur hälfte gebaut auf aufwändigen stützenpfeilern aus beton, die die startbahn über eine bucht hinweg verlängern. die unmittelbare lage am steilküstenhang und spontane fallwinde machen madeira zu einem der am schwierigsten anzufliegenden flughäfen, wofür piloten sogar eine gesonderte ausbildung benötigen. doch auch für autofahrer ist oftmals spannung pur angesagt. viele straßen und autobahnstrecken schlängeln sich entlang der zerklüfteten schluchten in engen bögen und weiten kurven, bergauf, bergab und durch unzählige tunnel - kombiniert mit einem gewissen temperament der ortskundigen insulaner hinter dem steuer. auf den nebenstrecken ist zusätzlich einiges für einen erhöhten adrenalinspiegel geboten: enge gassen mit unvorstellbarem gefälle bringen einen ahnungslosen touri (im ersten gang vollgas und heftigen schweissausbrüchen) binnen weniger minuten von meereshöhe auf 700m über normalnull, garniert mit vorfahrtsregelungen, wie sie für deutschland eher unüblich sind. man gewöhnt sich an alles. und: madeira entschädigt für alles. selbst im februar bekommt man recht viel sonne ab und staunt 

über eine schiere blühende botanische vielfalt - sowohl im botanischen garten der hauptstadt funchal als auch auf den vielen wanderwegen entlang der wasserführenden llevadas, für die madeira berühmt ist. fast wäre ich sogar (unfreiwillig) länger auf der insel geblieben, denn am abflugtag fegte ein ordentlicher sturm über den atlantik. der flughafen war mitunter vorübergehend geschlossen, aber nach 4std bangen wartens starteten wir spätabends doch inmitten luftiger böen mit einem hauch vom winde verweht. zuguterletzt (wenn schon, denn schon...) sorgte um kurz nach mitternacht inmitten weiterer turbulenzen die neuigkeit des piloten für furore: "ich habe eine ungute(!) nachricht für sie .. wir bekommen aufgrund der verspätung keine landeerlaubnis mehr und müssen den bereits geschlossenen flughafen münchen überfliegen und landen außerplanmäßig in nürnberg...". sprach's und neigte die maschine in einen bis dato noch nicht erlebten sinkflug. glücklich auf fränkischem boden gelandet wartete um 01.30 in der nacht tatsächlich ein transferbus, der die "gestrandeten" urlauber nach münchen zurückbrachte - 9std später als gedacht lag ich nach einer spannenden odyssee um 6uhr morgens in meinem bett... wenn einer eine reise tut - madeira ist es wert.