>> fuerteventura: 12.2014

españa - una otra vez... ja, mich hat es "schon wieder" dorthin verschlagen, relativ spontan in der trüben und turbulenten vorweihnachtszeit .. auf fuerteventura. als mich in den vergangenen jahren von teneriffa bzw. lanzarote gen heimat stets das "glück" ereilt hatte, hier zwischenlanden zu dürfen, hatte mich die insel aus der vogelperspektive bisher nicht besonders angelacht oder gar fasziniert. im herbst wollte ich es dann doch endlich wissen, was "die trockene" oder "die stille" insel der kanaren wirklich zu bieten hat. meine homebase hätte dazu schon einmal nicht besser liegen können - völlig abgeschieden, etwa 2km von der nächsten straße entfernt, inmitten karger hügel und sanddünen, direkt am meer an einer kilometer langen, von den gezeiten beeinflussten lagune mit feinstem sandstrand. ein eldorado für surfer und kiter .. und für mich, wie sich schon ab dem ersten tag zeigen sollte.

recht schnell hatte ich mich an die einfache karge landschaft gewöhnt, die perfekt geschaffen ist für eine kleine auszeit. viele der haupt- und nebenstraßen waren mitte dezember fast wie ausgestorben und selbst beim autofahren konnte man die "einöde" perfekt genießen bzw. spontane fotostopps mitten in der pampa einlegen. als reinstes abenteuer entpuppte sich bereits die anfahrt zu meiner ersten wanderung entlang der playa de cofete auf der südlichen halbinsel jandía. auf einer recht staubigen schotterpiste erreichte ich irgendwann eine wüstung, die famose villa winter, die hoch über der nordküste thront. unvergessen bleibt sicherlich auch der ausflug in die "wüste" im parque natural de corralejo bzw. abermals auf der halbinsel jandía, wo ich ohne gps sicherlich nicht mehr so schnell aus den 

sand- und wanderdünen herausgefunden hätte... einen sehr schönen (wenn auch exponierten, also windigen) rundumblick auf die mondartige landschaft bestaunt man u.a. vom mirador de morro velosa oder von los mojones. auf einer wanderung zu einer entlegenen kapelle in der nähe der ehemaligen inselhauptstadt betancuria kam ich mir inmitten einer kleinen ölpalmenplantage vor wie in nordafrika, ehe mir die "einheimische" tierwelt hallo sagte: das neugierige und wenn dann in scharen auftretende atlashörnchen, auf schlau: atlantoxerus getulus. dem tipp eines ehepaars folgend, das bereits zum 14ten mal auf fuerte die seele baumeln ließ, machte ich einen abstecher nach la pared, einem ebenso verschlafenen surfernest, wo die atlantikwellen bedingt durch die meeresbodentomographie und starke passatwinde wie eine bedrohliche armada auf die küste zurollen und sich in meterhohen brechern mehr als beeindruckend und ohrenbetäubend "in wohlgefallen" auflösen. ein nicht minder interessantes wie schlafzehrendes erlebnis bot sich nach sonnenuntergang, als ich fototechnisch die erstmalige gelegenheit hatte, mich dem thema "startrails" zu widmen: der langzeitbelichtung des sternklaren nachthimmels (wobei langzeit hier nicht 30sek, sondern eher 2std+ meint). aufgrund der geringen lichtverschmutzung wegen kunstlicht ist fuerteventura durch ein unesco-zertifikat inzwischen zur "starlight destination" erklärt worden, einem der weltbesten orte zum sternegucken. fuerteventura, die vermeintlich "unscheinbare" hat mir einmal mehr gezeigt: spanien, ich komme wieder...