>> barcelona: 11.2014

BAR-CEL-ONA .. essen, himmel, welle/meer. zugegeben hat es eins zwei tage gebraucht, ehe mir barcelona vertraut und heimelig war. hoffentlich finden wir unser hotel wieder - "zentrale lage" mitten im historischen eng verschachtelten gassengewirr des barri gòtic .. auch im benachbarten el raval könnte man sich schnell verlaufen: unzählige läden, genauso viele nationalitäten und noch mehr graffitis. und passt's mir auf eure rucksäcke und kameras auf, rief uns der herr an der rezeption noch hinterher. ab ins getümmel .. links, rechts, rechts, gerade aus, links, rechts, links .. äh, wo sind wir jetzt nochmal genau?! doch man lernt sich schnell zurechtzufinden - dem optischen oder kulinarischen gedächtnis sei dank: an diesem graffiti standen wir schon mal .. also 2 straßen weiter, links, rechts .. und schon stehen wir vor der gesuchten leckeren tapas bar (ich kann sie schon riechen!). ach ja, und man(n) spricht katalanisch, sprich kein café con leche wie sonst in spanien üblich, sondern ein café amb latte bitt'schön (mit dos croissantes oder einem baguette de jambón). so gut gestärkt kann es los gehen auf die spuren von antoní gaudí, dessen lebenswerk(e) sich bis heute deutlich im stadtbild wiedererkennen lassen. zwar muss man vor den im unesco-weltkulturerbe gelisteten casa batlló & casa milà (la pedrera) kurz in der schlange stehen, doch das warten lohnt sich allemal, wenn man auf den weltberühmten dachterrassen neben einem tollen blick über die dächer der stadt v.a. die skurilen formen eigentlich aus jeder perspektive fotographieren möchte. generell lohnt sich eine tour durch das durchweg vom modernisme geprägten planstadtviertel eixample, zu faszinierend ist der baustil mit seinen ausgefallenen hausfassaden. doch das meisterstück von gaudí ist die sagrada familia, einer seit 1882 bestehenden "ewigen" baustelle, die 2026 zum 100.todestag ihres architekten fertig gestellt werden soll. 

glücklich ist zu nennen, wer sein ticket bereits vorab online reserviert und kauft, denn hier erfährt das geflügelte sprichwort "jemandem die bude einrennen" tagtäglich eine ganz neue dimension. das innere ist nur schwer mit worten oder fotographisch wiederzugeben, denn eine solche architektur sucht ihresgleichen. einfach reingehen und staunen. auf meinem einwöchigen citytrip durften natürlich die 59.619 glasplatten des futuristischen torre agbar genauso wenig fehlen wie der einmalige blick runter auf die stadt vom tibidabo .. oder die tagsüber schier übervölkerte meile la rambla vom placa españa bis hinunter zum hafenkai, wo ein triumphierender christopher comlumbus in seiner go-west-pose gen amerika zeigt. exakt in der anderen richtung liegt der port olímpic inkl. yachthafen und waterfront. dazwischen das traditionelle arbeiterviertel barceloneta mit einem kleinen bistro, das stolz von sich behauptet, es serviere "the best burger in town", womit es glaube ich nicht falsch gelegen hat. nach einem langen tag auf den beinen, aber mit vollem magen nur noch wenige schritte bis zum hotel .. pustekuchen, denn hast du nicht gesehen: eben noch draußen zu abend geburgert, kommt aus dem nichts ein wolkenbruch sondergleichen daher. doch das erlebnis des begossenen pudels gehört womöglich auch zu einem stadtportrait dazu. tagsdrauf geht es bei spätherbstlichem sonnenschein mit dem zug zur nördlich gelegenen benediktinerabtei santa maria de montserrat. hier kann man bei klarer sicht bereits bis in die knapp 60km entfernten pyrenäen blicken. krönender abschluss mit ganz viel sonne und fast noch mehr wind war schließlich der "hausberg" montjuïc, auf dem 1929 die expo und 1992 die olympischen spiele stattfanden. essen, himmel, meer - eine gute mischung.